Menschen im Seniorenzentrum Schmiden

Menschen leben im Seniorenzentrum Schmiden. Menschen engagieren sich im Haus. Einige stellen wir hier vor.

Auch im Pflegeheim bleibt er künstlerisch tätig.

Bewohner Horst O. Nanz zeigt ein aquarelliertes Selbstporträt vor Staffelei mit farbigem Gemälde.

Horst O. Nanz ist ein durch und durch kreativer Mensch. Früher hat er als Architekt im eigenen Stuttgarter Büro Bauten kreiert. Parallel dazu war er immer auch künstlerisch tätig: mit Zeichenstift im Beruf, mit Aquarellfarbe und anderen Techniken in Freizeit und auf Reisen.

Neben seinem Architekturstudium hat er Kunst an der Freien Kunstschule studiert. Bis heute malt, zeichnet und modelliert er mit Leidenschaft und stellt sein beständig wachsendes Werk gerne der Öffentlichkeit vor.

Dass er heute im Seniorenzentrum lebt, setzt seinem künstlerischen Schaffen keineswegs ein Ende.

Trotz zweitem Schlaganfall ist Horst O. Nanz seinem Bedürfnis nach künstlerischer Tätigkeit treu geblieben. Noch im Krankenhaus hat er - zwar eingeschränkt nur mit linker Hand - wieder zu zeichnen begonnen. Inzwischen sind viele neue Arbeiten auf Papier und in Ton entstanden.

Dass er auch in seinem neuen Leben im Pflegeheim intensiv seiner Kunst nachgehen kann, hat Heimleiter Andreas Martin ihm ermöglicht. In einem Flurstück auf dem 2. Obergeschoss hat Herr Nanz sich eine "Werkecke" als kleines offenes Atelier einrichten können. Das Haus, die Wohnbereichsflure und die Cafeteria im Erdgeschoss - seine Arbeiten sind an vielen Stellen im Haus zu sehen.

Gerne holt Herr Nanz seine Werke aus den Schubladen seines Planschranks und dem Ständer oder zeigt sie an den Wänden. Eine Vitrine mit Tonskulpturen schmückt den Wohnbereichsflur. Er arbeitet zurzeit gerne an Kleinplastiken, die wie viele Arbeiten auf Papier sich dem Menschen in vielfältigen Konstellationen widmen.

Heimleiter Martin hat ihn ermuntert, seine Arbeiten in einer Ausstellung im Haus der Öffentlichkeit zu präsentieren. Das war Ende 2015. In einer großen Ausstellung, die sich über zwei Stockwerke erstreckte, hat er über 80 Arbeiten gezeigt. "So viele Arbeiten wie Jahre", fügt der 86-Jährige schmunzelnd hinzu.

Ohne seinen Sohn hätte er das allerdings nicht geschafft. Dieser hat Stellwände organisiert, Rahmen besorgt, die gelungene dichte Hängung der Arbeiten umgesetzt und Bekannte und Freunde eingeladen.

Die Fellbacher Zeitung hat über die Ausstellung berichtet, viele Besucher kamen zur Vernissage ins Haus. So haben alle, das Haus und seine Bewohner, Angehörige und Besucher, davon profitiert. Ein Teil der Ausstellung ist bis heute noch im Haus zu besichtigen.

Das sind momentan seine größten Wünsche. Seit seinem Einzug ins Seniorenzentrum ist so viel Neues entstanden, dass Herr Nanz sich vor allem weitere Gelegenheiten wünscht, auszustellen und zu verkaufen. Er benötigt dringend Platz für Neues!

Schön fände er, wenn sich andere Bewohner für seine Arbeiten interessieren und mit ihm in Austausch gehen würden. Das vermisst er bisher. Vielleicht braucht's da noch etwas Zeit und Nähe, bis die Hemmschwelle überschritten ist?